67. Jahrestag des Grundgesetzes

Dienstag, 07. Juni 2016, 17:00 Uhr
Bundespräsident Joachim Gauck hatte für den 23. Mai, dem Tag des Grundgesetzes, Kommunalpolitiker aus allen Teilen Deutschlands nach Berlin eingeladen. Erstmals empfing ein Bundespräsident eine so große Anzahl haupt- und ehrenamtlicher Bürgermeister. Mit dieser Einladung würdigt der Bundespräsident das Engagement von Kommunalpolitikern, die sich täglich für ein lebendiges Gemeinwesen und demokratische Teilhabe einsetzen.
Ich hatte die Ehre zu dieser Veranstaltung vom Bundespräsidenten eingeladen zu sein.
Rede des Bundespräsidenten im BCC (Foto: J. Leßner)
Er begann seine Rede mit den Worten:
„Wir treffen uns am Jahrestag des Grundgesetzes, weil wir uns einem zutiefst humanen Menschenbild verpflichtet fühlen, das ihm die Gründungsmütter und -väter aufgrund der Erfahrungen mit totalitären Regimen eingeschrieben haben – einem Menschenbild, wie es der Artikel 1 in einem einzigen knappen Satz festhält, den Sie alle auswendig kennen:
‚Die Würde des Menschen ist unantastbar.‘ "
In seiner Rede im Berlin Congress Center hat der Bundespräsident über die zentrale Bedeutung der Kommunen für eine lebendige Demokratie gesprochen.
Er hat die Probleme Schulden und Renten, Freihandel und europäische Einigung, Flucht und Einwanderung, Terrorismus sowie Kriege im Osten und im Nahen Osten, welche Spannungen und Sorgen vor Ort derzeit hervorrufen, angesprochen.
Für mich haben folgende Zitate aus der Rede besondere Bedeutung:
„Wir brauchen das Gespräch, und manchmal brauchen wir auch Geduld.
Wir bleiben die, die wir geworden sind: diejenigen, die sich etwas zutrauen.
Es liegt an uns, Veränderungen nicht zu fürchten, sondern sie als Aufgabe anzunehmen.
Es liegt an uns, wie wir in diesem Land zusammen leben wollen und werden.“
Nach einer anschließenden Podiumsdiskussion unter dem Titel "Gelebte Demokratie in den Kommunen" mit Bürgermeistern, Vertretern des Deutschen Städtetages, des Städte- und Gemeindebunds und der Wissenschaft hatte Bundespräsident Gauck zu einem Empfang in Schloss Bellevue geladen.
Der Bundespräsident im Gespräch mit Kommunalpolitikern (Foto: J. Leßner)


Die Einladung und Teilnahme an der Veranstaltung sowie Empfang im Schloss Bellevue sind für mich Bestätigung und Ansporn für die Arbeit.

Ich habe aber auch erkennen müssen, dass die „Väter“ des Grundgesetzes mit mancher Auslegung desselben nicht eiverstanden wären. Jüngstes Beispiel ist für mich die angestrebte Gebietsreform der Landesregierung.

Joachim Leßner
Bürgermeister